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Die historische Schifffahrt auf der Donau

Es geschah viel Interessantes auf  der Donau. Um über die historische Donausschifffahrt Näheres zu erfahren, müssen Sie sich nun nicht zahlreiche schwere Wälzer zu Gemüte führen. Besuchen Sie das Schifffahrtsmuseum auf der Greinburg in Grein und Sie werden auch so einiges aus der reichen Vergangenheit dieser wichtigen Verkehrsader, die Ost- und Mitteleuropa miteinander verbindet, erfahren.

 

Den Orten an der Donau wie Grein, Struden, St. Nikola, Sarmingstein, sieht man zum Teil noch an, dass sie einst von der Lage an dieser gefährlichen Engstelle des Stromes profitieren. Nicht nur waren sie bedeutende Warenumschlagplätze für das Hinterland, durch die Einrichtung von Mautstellen und die Organisation der Durchfahrt durch den Struden kam viel Geld in die Gemeindesäckel.

 

Schifffahrtsmuseum in
der Greinburg

 

„Kehlheimer“, „Gamsen“ und „Schwemmer-Nebenbei“

Mit diesen Bezeichnungen sind Schiffstypen und Flöße gemeint, deren Liste noch lange fortgesetzt werden könnte. Sie waren Teile des „Hohenauers“. „Hohenauer“ hießen die Schiffszüge, die für den Transport donauaufwärts zusammengestellt wurden. Dem ersten großen Schiff, dem „Kehlheimer“, folgten die etwas kleineren zwei bis drei „Gamsen“ sowie der „Schwemmer-Nebenbei“. Die Schiffe waren mit Seilen aneinander gebunden. Von technischen Hilfsmitteln der Fortbewegung wie der Dampfmaschine oder dem Dieselmotor wusste man im Mittelalter noch nichts. Mit PS, jedoch mit denen echter Pferde, überwand man die Gegenströmung, die damals um einiges stärker und wilder war als heute. Bis zu 60 Pferde gingen den „Treppelweg“ (vielleicht kennen Sie diesen Begriff aus einem der Donauradweg-Führer) am Ufer entlang und zogen die Schiffe donauaufwärts. In Urkunden aus Sarmingstein aus dem 15. Jahrhundert wird übrigens auch von Menschenzügen berichtet. Die Reisegeschwindigkeit, mit denen solche Schiffszüge unterwegs waren, war natürlich gering. Eine Fahrt von Budapest nach Linz dauerte im Hochsommer vier Wochen. Heutzutage sind sogar RadfahrerInnen schneller. Gäbe es noch solche Schiffszüge, könnten sie jedenfalls leicht mit ihnen mithalten. Donauabwärts ging es natürlich etwas leichter. Hier hatten die Schiffer allerdings mit anderen Problemen zu kämpfen. Sie mussten mit viel Umsicht die schwierigen Stellen der Strudel und Wirbel meistern. Die „Naufahrt“, die Fahrt donauabwärts, unternahmen die Schiffe einzeln.

 

Schiffsmeister und Lotsen

1510 wurde für die Donauschiffer in der Kapelle zu Struden eine tägliche Frühmesse gestiftet. Heute gibt es sowohl das Schifferkirchlein als auch die Schiffsleute nicht mehr. Die Zunft der Schiffer war jedoch einst in den Orten entlang der Donau stark vertreten. Allein in Grein lebten 28 Schiffsleute, zwei davon waren Schiffsmeister. Eine Schiffsmeisterfamilie aus Sarmingstein ist uns namentlich bekannt, die Familie Schalberger. Ihr Haus steht heute noch. Neben den Schiffsleuten lebten noch andere Spezialisten der Donauschifffahrt hier im Strudengau. Es bedurfte besonderer Kenntnisse, um die gefährlichste Stelle einer Donaufahrt, die Durchfahrt durch die Wirbel und Strudel, zu bewältigen. Dafür standen beim Mautamt Struden stets an die 20 Lotsen bereit. Auch in Grein und Ardagger waren die Schiffer, die jeden Felsen und Wirbel in der Donau kannten, ansässig. Heute, da die Donau ruhig dahin fließt und die Ruderschiffe durch mit Diesel betriebene Schiffe abgelöst sind, sind auch die Schiffsleute überflüssig geworden. E. Hailbronner, einer der letzten Schiffsmeister schrieb über das Ende der Ruderschifffahrt.

 

Als letzter Meister schließ ich die Reih
denn mit der Schifffahrt ist´s vorbei.

Hinunter nach dem schönen Wien
ließ ich die letzte Zille ziehn.

 

       





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