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VON GREIN DURCH DEN STRUDENGAU NACH SARMINGSTEIN

Vom „Strudel“ oder „Struden“, dem Hauptstrom der Donau, der links an der Insel Wörth vorbeifließt, hat die Landschaft Strudengau ihren Namen. Zwischen Dornach und Ybbs/Persenbeug hat die Donau ihr Bett tief in den Granitfelsen des Böhmischen Massivs eingegraben. Aus der Weite des Machlandes kommend, fließt sie hier eingezwängt in einen schmalen Gang weiter Richtung Wachau.

 

 

Über die Donaufahrt durch den Strudengau schrieb Edward Brown 1686: „Zu dieser Durchfahrt gehört eine gute Wissenschaft des Schiffers, um zwischen den Klippen, die unter Wasser liegen hinzufahren…“. Dass die Donau einst in diesem Abschnitt die Passagiere auf den Schiffen und Flössen in Angst und Schrecken versetzte, kann man sich heute kaum noch vorstellen. Das lag jedoch an den „Hindernissen“, die es zu überwinden, bzw. zu umschiffen galt. Felsen mit Namen wie „Maißenkugel, Wolfskugel und Dreispitzen“, sowie Strudel und Wirbel in der Strömung machten die Schifffahrt hier zu einem gefährlichen Unternehmen. „Die Leute sagten, man komme zu den Stellen Strom und Wirbel, die den Schiffen sehr gefährlich seien. Alle sammelten sich nach und nach auf dem Dache des Schiffes. Als man zu der weißen Fläche gekommen war, stimmten die Menschen ein lautes Gebet an…. Das Schiff ging geschwinde in dem tiefen Wasser hinunter, wurde um einen Felsen gelenkt und hinter dem Felsen sah man den Wirbel, der sich aus großen Ringen drehte. Die Männer lenkten das Schiff an dem Rande der Ringe vorüber. Dann ruhten sie, blickten nach vorwärts und ließen das Schiff in das breitere, stillere Wasser hinausgehen. Das Hilfegebet der Menschen verwandelte sich in ein Dankgebet. „So schilderte Adalbert Stifter die Spannung während einer Fahrt durch den Struden. Der zweitlängste Strom Europas, der als einziger seinen Weg nach Osten nimmt, übte auch eine besondere Anziehungskraft auf SchriftstellerInnen aus. Viele machten sich auf den Weg, um ihm von den Anfängen bis zur Mündung ins Schwarze Meer zu folgen.

 

Und die meisten erlebten die Strudendurchfahrt als großes Abenteuer, bei dem sie Todesängste ausgestanden hatten. Wie etwa Josef von Eichendorff, der seine Erlebnisse 1815 mit folgenden Worten beschreibt: „Kein Mensch ist hier zu sehen, kein Vogel singt, nur der Wald von den Bergen und der furchtbare Kreis, der alles Leben in seinen unergründlichen Schlund hinabzieht, rauschen hier seit Jahrhunderten gleichförmig fort. Der Mund des Wirbels öffnet sich von Zeit zu Zeit dunkel blitzend wie das Auge des Todes.“

 

Sprengungen und Aufstauung

Wenn Sie heute mit einem Passagierschiff eine Fahrt auf der Donau machen, können Sie die ruhige Fahrt durch die beeindruckende Landschaft ohne Angst genießen, denn die Furcht einflößenden Passagen sind längst verschwunden. Mit der Donau passierte im Laufe der Jahrhunderte viel. 1777 wurden unter der Leitung von Joseph Walcher Regulierungsarbeiten begonnen, durch die die gefährlichsten Stromhindernisse beseitigt werden sollten, was jedoch nicht ganz glückte. Durch die Sprengung der Steinkugeln und Felsen, die sich zum Teil nur wenig unter der Wasseroberfläche befanden, waren nun zwar die Barrieren ausgeräumt, doch die Strömungen waren damit auch schneller geworden. Weitere Sprengungen, zum Beispiel die des Felsens Hausstein, der sich ungefähr auf der Höhe der Burg Werfenstein befand, folgten. Jedoch erst mit der Überstauung der Stromschnellen durch den Bau des Kraftwerkes Ybbs-Persenbeug 1957, durch das der Wasserspiegel um zwölf Meter angehoben wurde, wurde die Schifffahrt durch den Struden sicher.

 

 

Donaukraftwerk Ybbs-Persenbeug

       





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